Satzung

 Terminankündigung:  

09.12. Gemeinsamer Adventskaffee

Beginn: 15.00 Uhr im Vereinsheim
           

         

Situation und Problematik  :  Biotopschutz  :  Artenschutz  :  Jugendarbeit  :  Öffentlichkeitsarbeit  :  Gesellige Veranstaltungen

1. Situation und Problematik (zurück zum Seitenanfang) 

Die Vielfalt unserer heimischen Pflanzen- und Tierwelt ist nach wie vor rückläufig.
Landes- und bundesweit vorliegende „Rote Listen“ bestandsgefährdeter Arten bestätigen, dass im Durchschnitt fast jede zweite Pflanzen- und Tierart in ihrer Existenz bedroht ist.
Dieser Bedrohung entgegen zu wirken, ist Aufgabe aller Menschen, um des Eigenwertes der Schöpfung willen, vor allen Dingen aber auch um des Menschen selbst willen.

Die Erhaltung der Arten ist Voraussetzung u. a. für eine gesunde Ernährung, eine naturverträgliche Schädlingsbekämpfung sowie die Herstellung von Arzneimitteln. Außerdem stellen sie ein unersetzliches Gen-Reservoir dar.

Der Rückgang der Arten wird vor allem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume verursacht.

Naturnahe Lebensräume gehen verloren durch

• Änderung der landwirtschaftlichen Nutzung  (Intensivnutzung, Aufgabe der Nutzung, Düngung der Magerstandorte, Trockenlegung von Feuchtgebieten uvm.)
• starke Ausweitung der Baugebiete
• Ausbau der Verkehrwege
• Entfernen von Hecken und Feldgehölzen

 Artenschutz ist daher in erster Linie Biotopschutz.


2. Biotopschutz (zurück zum Seitenanfang) 

2.1 Bedeutung und Aufgabe des Biotopschutzes

Um die heimischen Arten zu erhalten und die Situation in den Gemarkungen Meerholz und Hailer zu verbessern, ist es notwendig, die noch intakten Bereiche unserer Landschaft zu sichern, zu optimieren und neue Lebensräume zu schaffen.
Alle im Naturschutz Verantwortlichen sehen in einem Konzept zur Vernetzung von Biotopen den Schlüssel, der dem Naturschutz flächendeckend zu wirklichem Erfolgen verhelfen kann. Eine Aufgabe dieser Größenordnung kann eine Naturschutzgruppe, wie wir sie darstellen, nicht alleine bewältigen. Hierzu ist die Zusammenarbeit mit der Kommune, den Verbänden, den Landwirten und den Bürgern notwendig.
1988 wurde deshalb mit der Stadt Gelnhausen ein Konzept erarbeitet und teilweise bereits umgesetzt.

Das Konzept sieht vor:
• Erfassung einzelner Lebensräume,
• Aufwertende Massnahmen, wie Pflege, Ersatz- und Ergänzungspflanzungen,
• evtl. räumliche Vergrößerung der Biotope,
• Schaffung neuer Lebensräume,
• Verbindung ( Vernetzung ) der Biotope untereinander.

Folgende Biotoparten bzw. Maßnahmen sind geplant oder wurden bereits verwirklicht:
• Anlage und Pflege von Feldgehölzen, Hecken,
  Waldrandbepflanzung,
• Neuanlage und Pflege von Streuobstwiesen
• Pflege von Acker- und Wegesrand,
• Spezielle Einsaaten ( Insekten- / Rebhuhnmischung ) auf
  Stilllegungsflächen
- Acker- und Grünlandextensivierungsmaßnahmen
- Anpflanzung von Solitärgehölzen
• Neuanlage und Pflege von Feuchtlandtrittsteinen, 
  Tümpeln, Flutmulden, Wassertaschen,
• Anlage von Schilfflächen.

Bisher konnten viele neue Lebensräume geschaffen werden. Die hierzu notwendigen Flächen sind entweder in Stadtbesitz, wurden durch unsere Gruppe erworben oder langfristig angepachtet.

Die Planung der Biotope erfolgte durch den Biologen der Stadt Gelnhausen, Finanzierung und Beschaffung des Pflanzgutes über das Vernetzungsbudget der Stadt, Mittel des Landes Hessen und Gelder unsere Gruppe.

2.2 Streuobstwiesen

Ein besondere Aufgabenschwerpunkt liegt in der Erhaltung und Neuanlage von Streuobstwiesen. Die Basis für diese Aufgabenstellung wurde im Jahre 1984 mit der Streuobstkartierung in unserer Gemarkung geschaffen.
Ein Obstbaum stellt von der Wurzel bis zur Krone ein unersetzliches und einzigartiges Biotop dar, das im Laufe der Jahreszeiten den unterschiedlichsten Tierarten Wohnung, Nahrung, Schutz und Rastplatz bietet. Außerdem weisen Streuobstwiesen eine große Artenvielfalt auf, sind für viele Tier- und Pflanzenarten letzte Rückzugsgebiete, schützen den Boden vor Erosion, mildern extreme Klimalagen und liefern heimisches Obst.

Von 1985 bis 1994 führte die Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer in Zusammenarbeit mit der Stadt Gelnhausen Verkaufsaktionen für hochstämmige, heimische Obstbäume durch.
Auf diese Weise konnten bis heute im gesamten Stadtgebiet über 1500 hochstämmige Obstbäume verbilligt an private Grundstücksbesitzer abgegeben werden.

Von der Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer wurden mehrere Streuobstwiesen auf eigenen bzw. von der Stadt Gelnhausen überlassenen Flächen neu angelegt.

Große Bedeutung hat auch die Pflege und Erhaltung der Obstbäume. Durch die Nach- bzw. Ersatzpflanzungen soll eine Verjüngung des bereits vorhandenen Bestandes erreicht und Lücken geschlossen werden. Regelmäßiger Obstbaumschnitt verhindert die Vergreisung des Baumes, fördert den regelmäßigen Ertrag und sorgt für gesundes Obst.

Die regelmäßig angebotenen kostenlosen Schnittkurse sind immer gut besucht. Hier wird sowohl der Sommer- als auch der Winterschnitt demonstriert und eingeübt. Auch das Veredeln kann hier erlernt werden.

Außer dem Obstbaumschnitt ist die Information über die biologische Schädlingsbekämpfung, Düngung, Sortenauswahl und Standortfrage für einen gesunden Baumbestand von größter Bedeutung. Auch diese Informationen werden von unsere Gruppe vermittelt.
Bei der Bewerbung um den Umweltpreis der Stadt Gelnhausen wurde unsere Gruppe für eine Studie über den Lebensraum „Streuobstwiese“ sowie eine Dokumentation unserer Gruppe in diesem Bereich mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

 

In den kommenden Jahren versucht die Nabu-Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer den Steinkauz wieder bei uns heimisch werden zu lassen. Der Gemarkungsteil "Ötzinger Grund" bietet hierfür ideale Bedingungen. 2012 wurde die erste 
Steinkauzbrut (3 Jungtiere) beringt.

Bild: Apfelernte an der "Schafhurt".


2.3 Naturnaher Garten

Der Hausgarten war schon immer ein bedeutender Lebensraum
für viele Tierarten. Leider wird durch übertriebenen Reinlichkeits- und Ordnungssinn sowie dem oft gedanken- oder bedenkenlosen Einsatz von Pestiziden das Leben allen Arten schwer, wenn nicht gar unmöglich gemacht.

Unsere Gruppe will nun nicht die Aufgaben eines Gartenbauvereins übernehmen; wir werben durch Vorträge und Exkursionen für den naturnahen Garten, weil dieser für die Existenz unserer heimische Pflanzen und Tiere die besten Lebensbedingungen schafft. 

 

Gezielte Förderung von Nützlingen durch Nisthilfen
für Vögel und Insekten, das Ansetzen eines Reisig-und Steinhaufens für Igel,
Reptilien und Amphibien sowie eine Feuchtstelle als Badeplatz und Tränke für die Tiere des Gartens sorgen für ein gesundes Gleichgewicht.

 In einer Ecke des Gartens sollten auch Wildblumen und   
 so genannte „Unkräuter“ wachsen dürfen. Von der
 Brennnessel z.B. sind verschiedene Schmetterlings- 
 raupen abhängig und von den Blüten der Wildpflanzen    
 leben Insekten, wie Bienen, Hummeln usw.

Bild: Lebensturm, ein Haus für Insekten, Amphibien,
Reptilien und Vögel
 

 

 

 

2.4 Pflegemaßnahmen

Sinn der Pflegemaßnahmen ist es, schützenswerte Biotope durch geeignete Maßnahmen langfristig in der bestehenden Form und Funktion zu erhalten oder sie dem gewünschten Zustand wieder zuzuführen. Bleibt die Natur sich selbst überlassen, so kommt es meist zu unerwünschtem Aufwuchs von Büschen und Bäumen. Verloren gehen dann aber die Lebensgemeinschaften, die diese biologische Nische nutzten und die so spezialisiert sind, dass sie nicht in andere Biotope ausweichen können.  
      

Die Schwerpunkte der im Laufe des Jahres anfallenden
Pflegemaßnahmen sind:
• die Umsetzung der Pflegepläne für die Naturschutz-
  gebiete in unserer Gemarkung, (Tongruben von 
  Hailer und Meerholz, NSG Sonnenberg in Hailer),
• die Funktionserhaltung der Feuchtlandtrittsteine und
  der Teiche (Entfernung des unerwünschten Weiden-
  und Erlenaufwuchses, Mähen der Flutmulden),
• Auslichten und Zurückschneiden von Hecken,
   Feldgehölzen, Kopfweiden,
• Entrümpelungs- und Säuberungsmaßnahmen,
• Pflege vereinseigener und gepachteter Grundstücke.


3. Artenschutz (zurück zum Seitenanfang) 

3.1 Vogelschutz

Die Bereitstellung von Nisthilfen für Höhlenbrüter war die eigentliche Aufgabe der Gruppe in den Anfangs-jahren und ist auch heute noch eine Notwendigkeit, da natürliche Höhlen immer seltener werden.
In den Gemarkungen Meerholz und Hailer unterhält unsere Gruppe etwa 1000 Nisthilfen für Meisen und Feldsperlinge in Wald- und Feldbereichen; hinzu kommen noch Nisthilfen für Baumläufer, Wendehals, Hohltaube, Eisvogel, sowie Wald- und Steinkauz.
25 Gebietsbetreuer sorgen für die jährliche Ermittlung
der Brutergebnisse sowie für Wartung und Pflege der Nisthilfen.
Im Ortsbereich wurden und werden künstliche Nisthilfen für Mehlschwalben sowie Kotbretter zum Schutz der Hauswände vor Verschmutzungen – auch bei natürlichen Nestern -montiert.

 


Auch die Schleiereule ist in Meerholz und Hailer mit mehreren Brutpaaren vertreten. Für diese Vogelart waren und sind umfangreiche Hilfsmaßnahmen nötig. So wurden in den verschiedenen Scheunen der Einflug- und Brutbereich für diese Vogelart speziell ausgebaut sowie das Trafohaus in der Bleichstraße in Hailer als Schleiereulennistplatz hergerichtet.

Den Hühnervögeln, wie Rebhuhn, Wachtel und Fasan sollen spezielle Einsaaten in Stilllegungsflächen Deckung und Nahrung bieten. Diese Einsaatflächen verteilen sich netzartig über den gesamten Gemarkungsbereich und bieten besonders den Küken durch
ihren Blüten- und damit Insektenreichtum einen guten Start ins Leben.
Aber auch andere Tierarten, wie Feldhase, Feldlerche, Bienen, Hummeln und Schmetterlinge finden in diesem Umfeld die Voraussetzungen zum Überleben.

In Zusammenarbeit mit der Jagdgenossenschaft Hailer wurden Schilder angeschafft und in der Gemarkung an stark frequentierten Wegen aufgestellt, wo Hundehalter um Rücksicht auf die Tiere aufgefordert werden, ihre Lieblinge an die Leine zu nehmen. Die ständige Beunruhigung durch frei laufende Hunde führt bei den Wildtieren zu ständigem Stress.
Für den Wanderfalken, der in unserer Gemarkung in letzter Zeit wieder heimisch geworden ist und der von einem Frevler vergiftet wurde, mussten Schutzmaßnahmen getroffen werden. Ein Zaun wurde angebracht und das Brutrevier von Mitgliedern
unsere Gruppe während der Brutzeit überwacht.

 


In den Kinzigauen wurden von unserer Gruppe in Zusammenarbeit mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) und der Stadt Gelnhausen mehrere Feuchtlandtrittsteine angelegt.
Sie dienen Zugvögeln auf dem langen Flug von ihren Brut- in die Überwinterungsgebiete - oder
umgekehrt - als Nahrungs- und Rastmöglichkeit.

Auch von der heimischen Vogelwelt werden die Trittsteine gut angenommen.
In ihrer Umgebung brüten viele seltene Vogelarten wie Rohrammer, Rohrsänger, Feldschwirl
Nachtigall sowie das vom Aussterben bedrohte Braunkehlchen.

Rund um die alte Eiche am Flugplatz in den Hailerer Auen wurde eine Ackerfläche von einem heimischen Landwirt zur Verfügung gestellt, die nicht bzw. mit Lücken eingesät werden soll. Hier kann dem Kiebitz neuer Lebensraum angeboten werden.
Gleichzeitig werden die Wurzeln der geschützten Eiche geschont.

Im Winter 2000 wurde in den Auen von Hailer zwei Nistplattformen für den Weißstorch errichtet. Die Masten wurden vom Fußballsportverein Hailer
und die Plattformen von der HGON gesponsert. Viele kräftige Arme wurden dann aber gebraucht, um den Pfahl und die Plattform zu montieren.


Groß war die Freude, als die ersten Störche die neuen Nester
in Besitz nahmen und nach einigen Misserfolgen 2009 die ersten drei Jungstörche beringt werden konnten. Leider starb ein Jungtier, aber die beiden anderen überlebten. Auch die Brut der Störche 2010 war erfolgreich und 3 Jungtiere konnten im Herbst die Reise in den Süden antreten.
2 weitere Brutmasten wurden 2011 in den Auen errichtet.

In 2010 wurde ein Konzept erarbeitet, das dem Steinkauz neue Brutmöglichkeiten erschließen soll. Der Gemarkungsteil "Ötzinger Grund" eignet sich gut für dieses Vorhaben. Es liegt nicht zu nahe am Wald (großer Feind des Steinkauzes ist der Waldkauz) und in der angrenzenden Gemarkung der Gemeinden des Linsengerichts wurden in den letzten Jahren viele Jungvögel flügge, die dann auch wieder Brutplätze benötigen. Das Konzept sieht den Ankauf von Wiesenflächen und das Anbringen von Brutröhren vor.

3.2 Fledermausschutz

Fledermäuse und Flughunde (Fledertiere) sind die einzigen aktiv fliegenden Säugetiere und über die ganze Welt verbreitet. Vier der 22 bei uns vorkommenden Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht, alle anderen gelten als stark gefährdet. Durch die Uniformierung der Landschaft und dem Einsatz von Insektiziden kommt es zu Nahrungsverknappungen und Vergiftungen. Zum anderen fehlt es den Fledermäusen durch Zuschütten von Felshöhlen, Vernichtung von Altholzbeständen und fledermausfreundlichen Gebäuden (Zugang zu frostsicheren Kellern) an geeigneten Kinderstuben und Winter-quartieren. Fledermäuse sind aber für einen ausgeglichenen Naturhaushalt sehr wichtig. Sie jagen nachts und stellen so die natürliche Schädlingsbekämpfung nachtaktiver Insekten sicher.
Die Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer nutzte gleich mehrfach die Möglichkeit, etwas für diese bedrohte Tierart zu tun.

Im Sommer benötigen Fledermäuse Unterschlupfmöglichkeiten für die Ruhe am Tag, gleichzeitig werden aber in diesen Quartieren auch die Jungen geboren und groß gezogen.
Dachstühle, Wandverkleidungen, Baumhöhlen und Nistkästen aller Art werden hierzu gerne angenommen. Spezielle Fledermauskästen wurden an verschiedenen Stellen in der Gemarkung aufgehängt.

Für die Winterschlaf haltenden Tiere sind geeignete Winterquartiere lebenswichtig. Sie sollten frostfrei sein und eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen.
1989 wurde das zerfallene Trafohaus in der Tongrube Meerholz für den Artenschutz hergerichtet. Es soll Fledermäusen und anderen Tieren Unterschlupf und Überwinterungsmöglichkeiten bieten. Ebenfalls angepachtet und ausgebaut wurde der Trafoturm am Schießhaus in Meerholz.
1990 kam durch Gebietstausch das ehemalige Munitionsdepot Goldhohle von Hailer in den Besitz der Stadt Gelnhausen, die wiederum unserer Gruppe die Betreuung des Areals übergab. In Abstimmung mit der Stadt Gelnhausen wurden die Goldhohle renaturiert und die Bunker fledermausgerecht ausgebaut.

Aber nicht allein das Beschaffen von Wochenstuben, Schlaf- und Überwinterungsmöglich-keiten kann den Fledermausbestand erhalten. Offene Wasserflächen zum Trinken und Jagen sowie blühende Pflanzen mit reichem Insektenleben als Nahrungsquelle sind ebenso wichtig.

Für ihre Aktivitäten zum Fledermausschutz wurde unsere Gruppe 1991 mit dem Umweltpreis der Stadt Gelnhausen ausgezeichnet.

3.3 Amphibien (Lurche)

Der Schutz unsere einheimischen Lurche ist ein wichtiges Aufgabengebiet unsere Gruppe.
Von den in Hessen vorkommenden 17 Arten sind in unsere Gemarkung 12 Arten vertreten.
Bei allen Arten ist der Bestand rückläufig.
In unserer Gemarkung befanden sich zu Beginn unserer Tätigkeit 2 Fließgewässer,
- Kinzig und Schandelbach - , 3 größere Weiher, - Schloßpark in Meerholz, Tongrube von Hailer und Tongrube Meerholz – sowie 13 weitere kleine Tümpel.
Der praktische Amphibienschutz begann mit Optimierungsmaßnahmen an den Gewässern in Form von Entrümpelungen, Freischneiden der Ufer und des unmittelbaren Umfeldes.
Dann wurden in den folgenden Jahren mehrere neue Lebensräume für Amphibien geschaffen:
Sieben Feuchtlandtrittsteine in den Gemarkungsbereichen „Pfingstweide“, "Niedere Aue" und „Obere Aue“ in Meerholz sowie "Nagelborn", „Münzebach“, „Kinzigwiesen“, „Elbertsaue“ und "Wolfskaute" in Hailer wurden für den Vogel- und Amphibienschutz neu angelegt.
Weitere Feuchtbiotope entstanden „Im Erlich“ und in der „Goldhohle“ in Hailer.


Ein weiteres wichtiges Amphibienlaichgebiet sind die Laubfroschteiche am Kleinbahndamm in Meerholz im Gemarkungsbereich "Strutt". Hier hat sich eine große Laubfroschpopulation entwickelt, deren Rufe im Frühling weit zu hören sind. Ebenso laut rufen dort die Kreuz-kröten, die auch in den Furchen der angrenzenden Äcker ihre Eier ablegen, wenn bei Nässe Wasser stehen bleibt.

 

30 sog. „Wassertaschen“ wurden in Zusammenarbeit mit dem Forstamt und der Stadt Gelnhausen angelegt. Sie sollen bei starken Regenfällen große Wassermengen aufnehmen, bieten aber gleichzeitig dem Feuersalamander, Molchen, Gelbbauchunken, Grasfrosch und Erdkröte Laichplätze.

Amphibienschutz heißt aber in erster Linie Biotopschutz, Schutz der Lebensräume und Ökosysteme. Es gilt, deren weiterer Zerstörung entgegen zu wirken.

3.4 Waldameisenschutz

Für viele Menschen sind Ameisen nur unangenehme Krabbeltiere, die von uns eher geduldet als gern gesehen werden. Dabei sind sie ein wichtiges Glied in der Nahrungskette und sind für den Wald sogar unentbehrlich.

Die Hügel bauenden Waldameisen übernehmen besonders wichtige Funktionen im Wald:
• Sie fungieren als Gesundheitspolizei und Hygienetruppe, die zusammen mit anderen Helfern
  aus der Tier- und Pflanzenwelt den Wald gesund erhalten.
• Durch die Förderung des Honigtauangebots wir zahlreichen Insekten eine Existenzgrundlage
  gegeben. Die Artenvielfalt wiederum stärkt das ökologische Gleichgewicht des Waldes.
• Eine waldbedrohende Massenvermehrung von Schadinsekten wird verhindert.
In unserer Gemarkung leben zur Zeit 3 Kolonien der „Kahlrückigen – oder Kleinen, Roten Waldameisen“ mit insgesamt 20 Nestern.
Als Mitglied der Deutschen Ameisenschutzwarte kümmert sich unsere Gruppe auch fachgerecht um diese Tierart.
Die Ameisenhügel werden jährlich im Spätsommer vermessen, kartiert und von Bewuchs, der die Nester zerstören könnte, befreit. Außerdem werden stark beschattete Nester regelmäßig frei geschnitten, weil sie Licht und Wärme benötigen.
Ameisenhügel, die aus Schutzgründen mit Schutzhauben versehen wurden, müssen regelmäßig überprüft und die Hauben bei Bedarf ausgebessert werden.

4. Jugendarbeit (zurück zum Seitenanfang) 

Ziel der Jugendarbeit der Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer ist es, Kindern und Jugendlichen über Natur- und Umweltschutz Wissen zu vermitteln – denn schützen kann man nur, was man auch kennt - und sie an Arbeiten der Gruppe heran zu führen.

            

Zur Zeit sind etwa 20 Jugendliche in der Jugendgruppe aktiv. Gruppenstunden sind alle 14 Tage jeweils Freitags und Samstags.In jedem Jahr werden in den Wintermonaten bei Arbeiteinsätzen praktische Naturschutzarbeitgeleistet. Die Jugendlichen pflanzen Bäume, legen Hecken an und helfen bei Pflegearbeiten. Es werden Nisthilfen gebastelt und in einem bestimmten Gebiet die aufgehängten Nistkästen betreut.


In den Sommermonaten wird ein bestimmtes Jahresthema erarbeitet. Jahresthemen der letzten Jahre waren: „Die Auen um Hailer und Meerholz“, „Lebensraum Hecken und Feldgehölze“, „Was lebt in Teich und Tümpel“, „Ohne Wasser läuft nichts“, „Lebensraum Streuobstwiese“ und andere.
Für die Ausarbeitung und Umsetzung dieser Themen in die Praxis wurde die Jugendgruppe 3 x mit dem Umweltpreis der Stadt Gelnhausen, mit dem Umweltpreis des Main-Kinzig-Kreises und dem 1. Hessischen Umweltpreis ausgezeichnet.
Außerdem erhielt die Jugendgruppe einmal den Sven-Simon-Jahrespreis und zweimal den Sven-Simon-Monatspreis der BILD am SONNTAG.
Ganz eifrige Mitglieder der Jugendgruppe nehmen an der Wettbewerben „Jugend forscht und Schüler experimentieren“ teil. Umfangreiches Wissen wird hier erarbeitet und dokumentiert. In den letzten Jahren war unsere Gruppe regelmäßig mit 3-4 Arbeiten vertreten. Viele Platzierungen bei den Regional- und Landeswettbewerben konnten regelmäßig errungen werden. Der größte Erfolg bisher war der 5. Platz beim Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“ 2000 durch die Geschwister Ute und Martin Runkel mit dem Thema: „Auswirkungen neuer Pflegekonzepte auf die Vegetation des Halbtrockenstandortes NSG Sonnenberg-Weinberg in Hailer“.
 

Weitere Informationen über die weiteren Teilnehmer und deren Wettbewerbsarbeiten finden Sie unter "Jugend forscht".


Mehrmals bewarben sich Jugendliche unsere Gruppe beim Bundes-Umwelt-Wettbewerb. Auch hier konnten neben Sonderpreisen auch ein 2.Platz mit dem Thema „Die Ökologische Bedeutung der Goldhohle in Hailer“ errungen werden (Preisträger waren hier Martina Bail, Kerstin Ahnert und Michaela Eichhorn). Mit seiner Arbeit über die Erdkrötenwanderung erreichte Daniel Böhm bei diesem Wettbewerb einen 1. Platz und Paul Groß wurde für seine Arbeit über das "Drüsige Springkraut" mit einem Förderpreis ausgezeichnet.

5. Öffentlichkeitsarbeit (zurück zum Seitenanfang) 

5.1 Informationsabende und Exkursionen

Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit sind Informationsabende und Exkursionen.
Praktischer Naturschutz hat nur Erfolg, wenn man die Zusammenhänge im Gefüge der Natur und die Ansprüche der einzelnen Arten an ihren Lebensraum kennt und anerkennt.
Aus diesem Grund veranstaltet die Natur-
und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer in den Wintermonaten Informationsvorträge im Vereinsheim, wo jeweils heimische Tiere und Pflanzen mit ihren Lebensrhythmen, Verhaltensweisen und Biotopen vorgestellt werden.

Das gleiche Ziel, nämlich das Verständnis für unsere Mitgeschöpfe und die Akzeptanz ihrer Bedürfnisse zu verbessern, wird in den Sommermonaten durch Exkursionen und Wanderungen angestrebt.


5.2 Tag der Offenen Tür

Ein weiterer wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit ist der „Tag der offenen Tür“ im September eines jeden Jahres. Hier stellt die Gruppe Ausschnitte ihrer Arbeit vor. Umfangreiche Ausstellungen zu den jeweiligen Themen, Aktionen für die Jugend sowie eine Umwelt-Wandertour mit naturkundlichen Fragen sollen weitere Informationen vermitteln.

 


„Tue Gutes und sprich darüber“, eine Abwandlung des Bibelwortes, könnte als Motto über unserer Pressearbeit stehen. Die Arbeit unserer Gruppe, das Wieso und Warum, kann nur erfolgreich sein, wenn sie von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Nicht Eigenlob und Selbstdarstellungsbedürfnis erfordern eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit, sondern die Sensibilisierung breiter Bevölkerungsschichten für die Belange des Naturschutzes.
Unsere Mitbürger wollen schon wissen, warum da eine Hecke gepflanzt und dort eine „auf Stock“ gesetzt wurde, warum dort ein Tümpel angelegt, eine „Benjeshecke“ aufgeschichtet oder eine Streuobstwiese gepflegt wurde.

6. Gesellige Veranstaltungen (zurück zum Seitenanfang) 

Seit vielen Jahren veranstaltet die Natur- und Vogelschutzgruppe Meerholz-Hailer am 1. Mai rund um die Vogelschutzhütte ein gemütliches Beisammensein.
Bei Blasmusik, Chorgesang und guter Verpflegung können hier frohe Stunden verlebt werden.

                                            

Ein weitere Höhepunkt im Vereinsleben ist der jährliche Ausflug, der sich zumeist über ein Wochenende erstreckt.

 

Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Hailerer und Meerholzer Vereine beteiligt sich unsere Gruppe auch an der Ausrichtung von Veranstaltungen in den beiden Stadtteilen.

 

 

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